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Ein Drogenkonsumraum ist ein geschützter Raum, in dem suchtkranke Menschen ihre mitgebrachten Drogen unter kontrollierten und hygienischen Bedingungen konsumieren können.
Hauptsächlich sollen durch einen Konsumraum Infektionskrankheiten und tödliche Überdosierungen so gut als nur möglich reduziert werden. Die Drogenkonsument_innen sollen an das Hilfssystem herangeführt werden, der öffentliche und der privater Raum soll entlastet werden.
Wissenschaftliche Untersuchungen aus Ländern in denen es Drogenkonsumräume gibt haben gezeigt, dass alle diese Ziele auch erreicht wurden. Mehrere solcher Untersuchungen findest du bei den Links.
Eine Drogenpolitik, die sich rein auf polizeiliche Repression beschränkt ist schon vor Jahrzehnten gescheitert. Sie ist teuer und ineffizient. Sie zwingt abhängige Menschen in den Untergrund und die Illegalität. Medizinische und sozialarbeiterisch Hilfe wird verunmöglicht, Infektionsraten und Verelendung steigen. Davon ist dann auch der Rest der Gesellschaft betroffen.
Die initiative drogenkonsumraum setzt sich für ein möglichst professionelles Drogenhilfesystem ein, das zusätzlich zu Prävention, Therapie und Repression, auch bestmögliche Schadensminimierung betreibt. Das Ziel der Schadensminimierung ist es Risiken & Schäden des Drogenkonsums zu reduzieren und ein (Über)leben zu ermöglichen. Das sind auch erfolgversprechende Voraussetzungen für weiterführende Angebote wie z.B. Entzug & Therapie.
Es empfiehlt sich, dass eine solche Aufgabe ein Verein übernimmt, der schon Erfahrungen in der akzeptierenden Drogenarbeit hat. In Wien wäre z.B. der Verein Wiener Sozialprojekte (VWS) ein logischer Betreiber. Dieser Verein hat auch schon ein Konzept für einen Konsumraum erstellt und verfügt über die nötige bauliche Infrastruktur.
Derzeit konsumieren wohnungslose Drogenkonsument_innen in Stiegenhäusern, öffentlichen Parks und WC´s. Der Konsum ist ständig begleitet von der Angst erwischt zu werden. Durch den damit verbundenen Stress passieren Fehler. Außerdem ist im Notfall keine Hilfe vorhanden.
Ein Konsumraum bietet Drogenkonsument_innen im Gegenzug eine stressfreie & geschützte Atmosphäre. Der Konsum wird unter hygienischen Bedingungen ermöglicht und professionelle Hilfe falls etwas schief geht ist auch vorhanden.
Die Expert_innen sind in dieser Frage gespalten. Verkürzt gesagt ist es derzeit sowohl den Gegner_innen als auch den Befürworter_innen möglich einen Konsumraum als legal oder als illegal zu bezeichnen.
International gesehen gibt es viele Beispiele für rechtlich abgesicherte Konsumräume.
Wir von der initiative drogenkonsumraum fordern klare rechtliche Rahmenbedingungen für Drogenkonsumraume. Genauere Infos findest du unter diesem Link.
Im Grazer Konsumraumkonzept wurde die Adaption eines Raumes in einer bestehenden Einrichtung geplant. Die 20 Quadratmeter große Fläche sollte 6 Konsumplätze beherbergen. Zusätzlich zu den bestehenden SozialarbeiterInnen sollte eine Diplomkrankenschwester oder ein Pfleger eingestellt werden. Die Kosten für diese Form eines Konsumraumes wurden mit 47. 251€ pro Jahr angegeben, wobei davon 33.847€ Personalkosten gewesen sind. Eine Adaptierung eines bestehenden Raumes in einer Einrichtung der Drogenarbeit wäre vermutlich die billigste Form der Umsetzung.
Einer schweizer Studie zu folge, sind die Kosten der Repression durch polizeiliche Verfolgung, Gerichtskosten, Gefängnisaufenthalte etc. größer, als alle gesundheitspolitischen Maßnahmen zusammen. Darunter fallen Konsumräume, Therapie, Beratung, Spritzentausch, Prävention und Schadensminimierung.
Im Jahr 1996 sind in der Schweiz die Kosten der Drogenpolitik auf 1 Milliarde Franken beziffert worden. Davon sind rund 500 Millionen für Gesetzesanwendungen ausgegeben worden. Die medizinischen Kosten sind bei 340 bis 460 Millionen Franken berechnet worden. (nachzulesen in: Die Drogenpolitik der Stadt Zürich. Strategien – Maßnahmen – Perspektiven)
Wenn du Spritzen im öffentlichen Raum findest, kannst du das rund um die Uhr beim Journaldienst der MA 48 unter 01 5881748214 melden. Das dafür ausgerüstete Team der Waste Watcher reinigt den Ort so schnell wie möglich. Wenn die Nadel in einem Bereich liegt wo akute Gefährdung von Kindern besteht, kannst du mit Hilfe einer PET-Plastikflasche die Nadel sichern. Bitte sei sehr vorsichtig!
Drogenkonsumräume haben sich international als hilfreichstes Mittel erwiesen um den intravenösen Konsum im (halb)öffentlichen Raum und in Folge auch die Menge der hinterlassenen Spritzen zu reduzieren, daher solltest du die Forderung nach einem Konsumraum unterstützen.
In deiner Nachbarschaft existieren bereits zahlreiche Räume, wie Stiegenhäuser, öffentlichen Parks und WCs, etc. an denen Drogen konsumiert werden. In einem Konsumraum wird der Abfall welcher beim Konsum entsteht fachgerecht entsorgt. Darüber hinaus sollte ein Konsumraum in bestehende Betreuungseinrichtungen integriert werden, also das Angebot für die bereits vorhandene Zielgruppe ergänzen.
Hier geht´s zu den häufig geäußerten Gegenargumenten gegen Konsumräume und unsere Antworten darauf.
Wo bekomme ich diese Aufkleber?
Geschrieben von Gerald H | 26. Oktober 2011, 09:29Auf unseren Treffen. Schau kurz vorbei und hol dir die Sticker. Eine Teilnahme an der Sitzung ist natürlich nicht nötig.
Termine
das nächste Treffen finden am Mittwoch, den 2. November um 19 Uhr im Amerlinghaus im Saal (Erdgeschoss/Innenhof – barrierefrei) statt. 1070 Wien, Stiftgasse 8. Interessierte & Betroffene sind willkommen. Fachwissen ist keine Voraussetzung.
Geschrieben von initiativedrogenkonsumraum | 26. Oktober 2011, 09:36